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Generation Fragezeichen & Persönlichkeitsentwicklung

Es ist doch wie verhext: Jetzt beschäftige ich mich seit kurzer Zeit wieder intensiver mit mir selbst, meinen Bedürfnissen sowie Wünschen – und plötzlich treten Menschen (v.a. Frauen), Gelegenheiten, Begegnungen und Vorfälle in mein Leben, die es zuvor nicht taten.

Und was vereint sie alle? Es geht um DIE großen Fragen:

  • Was will ich wirklich?
  • Was ist der Sinn meines Lebens?
  • Wo führt mich das Leben hin?

Es ist, als ob Menschen meiner Generation alle die gleichen Fragezeichen auf der Stirn stehen haben. Wir beschäftigen uns immer mehr mit uns selbst - Persönlichkeitsentwicklung tritt immer mehr in den Fokus.


Babyboomer erziehen Millenials


Ich (Jahrgang 1989) stehe jetzt das 2. Mal in meinem Leben vor den großen, dicken und unüberwindbar scheinenden Fragezeichen: Wie geht es weiter?

Und ich bin nicht alleine: In meinem Umfeld und vor allem in meiner Generation beschäftigen sich einige damit.

 

Vor uns unsere Babyboomer-Eltern, die uns scheinbar suggerieren, dass das Leben aus der Abfolge Schule, Ausbildung/Studium, Familie gründen, Arbeiten, „Häusle bauen“ und für die Rente sparen besteht. Aber wir, die Generation Y (oder auch WHY – und das nicht unbegründet), leben anders. Nicht besser oder schlechter, aber anders. Schule, Studium und Arbeiten standen auch noch auf meiner „Agenda“, meinem Lebensplan. Aber dann? Familie kommt für mich im Moment nicht in Frage, heiraten muss nicht sein (trotz siebenjähriger Beziehung), die Immobilienpreise stehen für mich in keinem Verhältnis – dafür reise ich lieber, erkunde die Welt und ihre kulturelle Vielfalt. Sparen für die Rente? Ja, ein wenig, aber ich gebe lieber viel für mein Leben, die vielen schönen Momente, meine Reisen und meine Weiterentwicklung aus.


Was zeichnet uns, die Generation Y, aus?


Über Generation Y oder WHY habe ich sogar im Studium eine Hausarbeit geschrieben, es aber nie wirklich gesehen, dass ICH das bin – jetzt merke ich es. Hier ein kurzer Überblick, was Generation Y auszeichnet: (Quelle: https://www.gruenderszene.de/lexikon/begriffe/generation-y?interstitial)

  • Jahrgänge: ca. 1980 bis ca. 1995
  • Auch: Generation WHY, Millenials oder Digital Natives
  • Merkmale: Infragestellen von Althergebrachtem sowie der Arbeitswelt, motiviert, technikaffin
  • Bildung: größtenteils akademischer Hintergrund
  • Voraussetzungen: Weniger Mitbewerber durch den demografischen Wandel und der damit einhergehenden Abnahme junger Altersgruppen
  • Vorstellungen von Arbeitsbedingungen: Infragestellen von starren Hierarchien, Selbstbestimmung, eigenverantwortliches Denken und Handeln sowie mobiles und flexibles Arbeiten, Sinnhaftigkeit, Transparenz und Nachhaltigkeit bei der Arbeit à persönliche Entfaltung durch den Job ist ihr wichtiger als Karriere im klassischen Sinne – Glück geht vor Geld.
  • Work-Life-Balance: Flexible Arbeitszeiten, Homeoffice, Sabbaticals; Leistung UND Lebensgenuss gehören zusammen; intensives Arbeiten, aber Haushalten mit eigenen Kräften gegen Erschöpfung durch Arbeitsdruck und für ihre eigenen Bedürfnisse à Quality-time vor Karriere; weniger kompromissbereit als vorherige Generationen
  • Prägungen: umbruchs- und krisenerfahren à Unsicherheiten und Ungewissheiten in der Lebensplanung führen dazu, sich neuen Umgebungen anzupassen und möglichst viele Optionen offen zu halten – privat sowie beruflich.
  • Zusammenfassung: Generation Y ist dadurch die internationalste, örtlich flexibelste und vielsprachigste Generation, die jemals die Arbeitswelt betreten hat.                            

Also: Ganz anders als unsere Eltern! Obwohl ich selbst in einer Familie aufgewachsen bin, die mich immer gefördert hat, mich das hat machen lassen, was ich wollte, ohne klassische Rollenverteilung Frau-Mann und ohne Leistungsdruck. Aber: Die Zeiten haben sich geändert. Und nicht jede/r Arbeitgeber/in passt sich dem an. Es herrscht nun mal noch viel „alte Riege“ – und die trifft auf uns oder wir auf sie. Die „alte Riege“ hat das Sagen, die Budgetverantwortung, sitzt ganz oben, entscheidet.

Wir dürfen aber nicht vergessen: Irgendwann sind auch wir die „alte Riege“, vielleicht und hoffentlich reflektierter, aber wir werden es auch eines Tages sein.


Es gibt kein richtig oder falsch: Ich bin mein eigenes Vorbild!


Aufgrund des oben genannten Hintergrunds als Generation Y nimmt das Thema „Persönlichkeitsentwicklung“ deshalb auch eine andere Rolle ein als noch bei unseren Eltern. Es sind nicht mehr „Gurus“ mit spirituellem Gelaber, die vorweg gehen, es sind Menschen wie du und ich, die sich mit sich selbst auseinandersetzen. Es gibt kein richtig und kein falsch: Ich bin mein eigenes Vorbild! Denn die Mentoren und Lehrer gehören einer anderen Generation an, vermitteln ihre Ansichten, Werte, Prinzipien, die aber aus einer anderen Zeit, aus anderen Rahmenbedingungen resultierten. Lange habe ich auf einen Mentor gehofft, der „mir zeigt, wie es läuft“. Wenn ich jedoch auf jemanden „höre“ oder vertraue, der aus einer anderen Zeit kommt (#zurückindiezukunft) und ich das so in meinem Leben nicht umsetzen kann, fühle ich mich gescheitert. Das erzeugt Selbstzweifel, weil ich nicht dem Idealbild (der vorherigen Generation) entspreche – was ich auch nicht muss, weil es andere Zeiten sind. #gedankenkarussell

 

Wenn ich aber auf mich höre, wenn ich das nicht in Frage stelle, was ich möchte, was ich denke und was ich fühle – dann kann ich nur gewinnen, daran wachsen, niemanden verantwortlich machen außer mich ganz allein.


Eigenverantwortung & Selbstverwirklichung gehen Hand in Hand


Dass ich selbst der Schöpfer meines Lebens bin (okay, jetzt wird´s doch spirituell), erzeugt einerseits enormen Druck, andererseits nimmt es ihn auch heraus. Denn ich alleine bin dann auch für dieses Leben, das ich wähle, verantwortlich. Und ich bin mit dieser Einstellung nicht alleine. Denn auch die Leute mit dieser Einstellung finden sich wieder zusammen.

 

Vielleicht ist ja was an dem THE SECRET-Ding mit der Anziehung dran (was ich aussende, erhalte ich auch zurück – quasi: auf der gleichen Frequenz schwingen), dass ich jetzt all diesen Menschen begegne und mich dem Thema endlich öffne.


Underdogs, wir sind nicht alleine!


Wir sind im Moment noch die #underdogs (ich fühle mich übrigens sehr cool, wenn ich Worte ver-hashtagge), aber auch Underdogs können sich organisieren und austauschen und somit den Wandel von der „alten Riege“ weg in eine weniger hierarchisch, patriarchalisch geprägte Zukunft vorantreiben. Bitte versteht mich nicht falsch: Auch die „alte Riege“ haben ihre Daseinsberechtigung und ihre wertvollen Erfahrungen, die wir weiterhin brauchen. Allerdings wird es eher früher als später zu einem Wechsel kommen.

Vielleicht brauchen wir alle, die wir uns angesprochen fühlen, gar kein Coaching, keine Therapie, sondern nur das Wissen, dass es auch anderen so geht und wir nicht „komisch“ oder „anders“ sind. Wir sind eine Generation von Individuen, die sich alle verwirklichen, ihr Ding machen und nicht mit dem Strom schwimmen wollen.

 

(Und, Leute, wir sind NUR Generation Y – nach uns kommen noch „Krassere“ 😉, nämlich die Generation Z!)

 

 

Wenn´s dir genauso geht oder auch ganz anders, lass mir gerne deinen Kommentar da oder schreib mir eine persönliche Nachricht. Ich freue mich sehr darauf!

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Kommentare: 2
  • #1

    Theresa (Mittwoch, 29 Juli 2020 15:40)

    Recht hast du. Wir sind nicht allein, und doch individuell. Jeder ist der Macher seines eigenen Universums. Wir brauchen nur den Mut, uns ins Ungewisse zu wagen. Alles andere wird sich ergeben.

  • #2

    Rebecca (Mittwoch, 29 Juli 2020 15:43)

    Danke, Theresa, so ist es � #letsfetz