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Auf dem E5 von Oberstdorf nach Meran (Teil 2)

5. Etappe (19.06. / Braunschweiger Hütte -> Anton-Busch-Hütte)
"Da ist es viel zu eisig", "Da ist es richtig gefährlich" oder "Also leichtsinnig dürft ihr da nicht sein". Blablabla. All diese Kommentare hören wir noch am Vorabend, nehmen uns aber vor, es heute Vormittag spontan zu entscheiden, welche Route wir gehen.
Relativ früh gegen halb sechs stehen wir auf, weil das Treiben in unserem Lager schon richtig am Laufen ist.
Unser Frühstück besteht aus Kaffee und Tee, der Kaiserschmarrn von gestern liegt mir noch psychisch und physisch im Magen. 
Viele machen schon am Frühstückstisch Panik wegen den Wetter- und Wanderwegverhältnissen. Da ich merke, dass Mama sehr nervös ist, macht wohl die "leichtere" Tour mehr Sinn. Wir gehen los und schon wieder merke ich Unzufriedenheit: "Warum gehen wir jetzt da hoch? Die andere Route schaut leichter aus." Aaaargh, ich muss mich echt zurückhalten. Mama geht zum ersten mal in ihrem Leben eine solche Tour und geht von den Sichtverhältnissen aus???!!! Okay, durchatmen, vouza! 
Wir arbeiten uns vor, die Alternative ist auch nicht gerade easy-peasy. Oben angekommen finden wir uns in dem Skigebiet Sölden, das gerade im Sommer nicht in Betrieb ist. Schon komisch so ein Anblick im Sommer. Mir fallen die Auswirkungen der Pistenarbeiten auf die Umwelt ins Auge: es ist beinahe verheerend.
Wir steigen ab bis zur Skistationsalm (simple Systemgastronomie) und genehmigen und ein erstes Frühstück. 
Natürlich sind ALLE, die an der Originalroute aufgrund der Wetterverhältnisse gezweifelt haben, genau DIESE Route gegangen. Einfach, weil es immer so ist. Es gibt immer Laberer. Wenn man schon öfter mehrtägig in den Bergen unterwegs war, kriegt man das eben schnell raus.
Naja, wie auch immer. Von der Stationsalm nehmen wir den Bus zur Mautstelle. Bei dem Preis sind wir wahrscheinlich schon übel über den Tisch gezogen worden, aber okay. Ist ja wie im Urlaub 😉 Von der Mautstation laufen wir Richtung Sölden. Es ist ein wundervoller Panoramaweg, der uns nur durch ein paar Kühe erschwert wird, die nicht so einfach aus dem Weg gehen wollen.
Ich muss echt lachen: Ende Juli will ich für zwei Wochen auf den Bauernhof und schaffe es nicht mal, an zwei Kühen vorbeikommen.
Es geht immer weiter und steiler bergab. Die Knie, Blasen usw. schmerzen. Wir stehen etwas unter Zeitdruck, da der Bus nach Vent nur zweimal am Tag fährt. Zum Glück schaffen wir ihn. Erstmal hinsetzen. Geiles Gefühl. In Vent steigen wir dann aus und genehmigen uns erst einmal ein Mittagessen. Danach geht's bergauf! Ewig lang und ewig weit. Es ist wie Autobahn fahren: stupide geradeaus. Landschaftlich ändert sich auch wenig. An der ersten Alm möchte ich kurz für ein Getränk einkehren, Mama will aber weiter. In der Alm treffe ich auf bekannte Gesichter, mit denen wir schon seit dem 1. Tag unterwegs sind. Eine lustige Truppe aus vier super angenehmen Menschen, die sich aus dem Fitnessstudio kennen. Ich setze mich dazu und schwupsdiwups sind 30 Minuten um. Wir laufen zusammen weiter. Der Wirt hat uns eine Abkürzung verraten, die wir natürlich in Anspruch nehmen. So treffen wir genau wieder auf meine Mama, die komplett fertig ist. Aber sie ist tapfer und weiß selbst, dass sie daran wächst. Zusammen mit den bekannten Gesichtern laufen wir weiter und irgendwann in die Martin-Busch-Hütte ein. Was für ein Tag! Weiter wäre es wohl nicht gegangen, zumindest rein psychisch.
Am Abend sitzen wir zusammen mit den bekannten Gesichtern beisammen und lachen viel. Aber auch für mich heißt es gegen 21 Uhr Gute Nacht. Der Tag hatte es schon in sich. Wir fallen in unsere Lagerbetten und schlafen mehr recht als echt ein.

 

-> Bilanz Tag 5: Strecke 20,6km, davon 850m hoch & 1.230m runter

6. Etappe (20.06./Martin-Busch-Hütte bis Vernagt)
Um 05:30 Uhr klingelt der Wecker. Wie immer habe ich nicht wirklich erholsam geschlafen, aber es war schon besser als sonst. Wir machen uns fertig und gehen dann frühstücken. Gegen Viertel nach sieben machen wir uns auf Richtung Similaunhütte - den höchsten Punkt der Alpenüberquerung. Der Aufstieg ist angenehm und dauert ca. zwei Stunden. Auf dem Weg muss ich spontan heulen, weil eigentlich alles gut ist. Ich höre dazu passende Musik und "gönne" mir ein paar Tränen.
Oben genehmigen wir uns ein Skiwasser und eine Schorle. Oben befinden wir uns schon sieben Meter über der italienischen Grenze. Wie konnten wir das verpassen???
Der jetzt bevorstehende Abstieg hat es in sich. Zum einen geht es immer nur bergab, zum anderen sind die Passagen nicht ohne - wieder so viel Sterbepotenzial. Ich gehe vor, Mama läuft ihr Tempo - wie immer. Es läuft. Immer wieder treffen wir die bekannten Gesichter, das motiviert. Leider ist es heute der letzte Tag zusammen, da wir noch weiter bis Meran GEHEN, sie aber heute den Bus nach Meran nehmen.
Der anfangs steile Abstieg mündet in saftige grüne Wiesn, bunte Blumen, Kuhweiden inkl. Kühe, reißende Bäche, sanfte Quellen usw. Wie im Paradies. 
Nach insgesamt ca. fünf Stunden kommen wir in Vernagt an. Vernagt ist das offizielle Ende der Sechs-Tagestour der Alpenüberquerung E5. Ab hier nehmen die meisten den Bus - so auch die bekannten Gesichter. Wir sitzen noch an die zwei Stunden zusammen, reden und lachen zusammen. Es ist herrlich, aber es ist begrenzt. Einen Teil wollen wir am Freitag in Meran wieder treffen. 
Mir fällt irgendwie an dieser Stelle immer mehr auf, wie ähnlich sich Mama und ich sind. Auch wenn ich es oft nicht sehen will. Natürlich sind die Kinder immer die besseren Versionen ihrer Eltern - eh klar ;-) Aber so grundsätzliche denken und handeln wir gar nicht so verschieden. Vielleicht ist es deswegen manchmal schwieriger mit uns, eben weil wir uns so ähnlich sind.
Viele auf dem Weg, die mitbekommen, dass wir Mutter und Tochter sind, sprechen uns immer wieder ihre Bewunderung aus: "Also ich könnte das mit meiner Mutter nicht machen. Die ist nicht fit genug." oder "Ich wünschte, meine Tochter würde das mit mir machen." oder "Das ist so toll, dass ihr das zusammen macht."
Wir antworten meistens immer gleich: "Wir wissen selbst noch nicht, ob das eine gute oder eine schlechte Idee ist." Bis jetzt haben wir uns noch nicht angepöbelt, trotzdem merkt man "Aneckungspotenzial". Aber ist das verwunderlich: Zwei Frauen unterschiedlichen Alters verbringen neun Tage beinahe ununterbrochen zusammen. Ich finde, wir machen das prima. Mama macht das prima!
Diese Nacht schlafen wir in einer Pension auf dem Bauernhof. Es ist wieder mal Luxus pur ein eigenes Bett und ein eigenes Bad zu haben. Wir gehen noch essen und schlafen gegen halb zehn ein.

 

-> Bilanz Tag 6: Strecke 10,3km, davon 520m hoch & 1.320m runter

7. Etappe (21.06./Vernagt -> Schutzhütte Nasereit)
Früchstück erst ab halb acht ist soooo ungewohnt. Wir sind ab fünf wach und packen uns zam. Den Bus nach Katharinaberg verpassen wir leider knapp. Aber an dem schönen Vernagter Stausee kann man schon mal eine Stunde warten. Wir fahren mit dem Bus knapp eine halbe Stunde nach Katharinaberg, von wo wir auf den Meraner Höhenweg wechseln. Der E5 ist ja bereits seit Vernagt vorbei, aber den Meraner Höhenweg nehmen wir noch mit. Und was soll ich sagen? Er ist WUNDERSCHÖN! Leider haben das auch andere Menschen erkannt, sodass man hier nicht wirklich alleine ist. Die Landschaft ist atemberaubend. Wir haben heute ca. sechs Stunden vor uns. Durch die vielen Einkehrmöglichkeiten kann man hier gefühlt jede halbe Stunde Pause machen. Sehr verführerisch. Aber wir bleiben erstmal hart. Los gekommen sind wir gegen 09:45, die erste Pause gibt es um kurz nach 12 Uhr. Die zweite folgt gegen 14 Uhr bevor es in die 1.000-Stufen-Schlucht geht. Horror, denken wir. Aber dann ist es doch nicht ganz so schlimm. Mehr Sorgen macht uns das Wetter, denn auf einmal zieht es dunkel am Himmel auf. Es donnert gewaltig über uns, dann blitzt es hier und da. Scheiße, etwas Angst habe ich doch. Es fängt an zu regnen. Durch die Bäume sind wir etwas geschützt. Nach der Schlucht hoffen wir auf eine Einkehrmöglichkeit, die hat aber leider zu. F*CK. 
Also geht's weiter. Irgendwann stehen da nur noch 30 Minuten bis zur nächsten Einkehr. Ich kämpfe. Stufe für Stufe. Ich schwitze wie ein Schwein. Ich brauche unbedingt etwas zu essen und zu trinken. Mein Kreislauf meldet sich. Dann plötzlich nach gefühlt 1.000 weiteren Stufen ist die Einkehr da - sing Halleluja! Amen, Schwestern! Ich beschließe, hier auf Mama zu warten und bestelle schon mal eine Schorle und ein Brotzeitbrettl. Was für 1life! Ich genieße und warte. Nur kommt Mama irgendwie nicht. Hä? Soweit war sie doch gar nicht hinter mir🤔 Irgendwann höre ich von weiter weg Stimmen und gucke mal über den Terrassenrand der Einkehr. Und wen sehe ich? Meine Muada! Die nicht der Beschilderung des Meraner Höhenweg gefolgt ist. Ich winke sie her. Sie ist auch dezent am Arsch😅 Wir bleiben erst mal hier, auch wenn es zur eigentlichen Hütte nur 30 Minuten weiter sind. Wir chillen.
Nach ca. 45 Minuten raffen wir uns auf uns gehen weiter. Aber der Weg ist wirklich in Ordnung. Nach etwas über einer halben Stunde kommen wir in der Schutzhütte Nasereit an. Plötzlich fängt es an aus Kübeln zu regnen. Was für ein Glück haben wir denn bitteschön???
Wir haben auch heute ein eigenes Zimmer, nur das Bad müssen wir uns teilen. Die Schutzhütte Nasereit ist komplett neu gebaut. Es ist sauber und modern, aber eben nicht "urig". Die Wirtsleute sind aber herzlich und sehr hilfsbereit.
Nach dem Abendessen inkl. drei Weinschorlen und zwei alkoholfreie Biere liegen wir schon um halb neun im Bett. Die Fußsohlen brennen, die Knie schmerzen leicht.
Morgen ist Finaltag: es geht nach Meran. Ich kann es kaum fassen, dass acht Tage Alpenüberquerung und Meraner Höhenweg zu Ende sind. Zwar haben wir so viel geschafft, aber es ist eben auch vorbei😪
Ich bin gespannt, wie emotional es wird....

 

-> Bilanz Tag 7: Strecke 16,5km, davon 900m hoch & 600m runter

8. Etappe (22.05./Schutzhütte Nasereit -> Meran)
Letzter Morgen am Berg. Wir wachen wieder viel zu früh auf. Aber die Wirtin meinte gestern, es gibt auch schon vor sieben Kaffee. Also tigern wir runter. Nach dem Frühstück lassen wir uns die schnellste Route nach Meran erklären. Wir wollen endlich ankommen. Zwar haben wir bei der Alpenüberquerung keinen einzigen Gipfel mitgenommen, aber das ist uns jetzt auch egal😅
Gegen 07:45 Uhr laufen wir frohen Mutes los. Es geht natürlich - wie kann es anders sein - BERGAB! Bis Patschings geht's zu Fuß voran, dann nehmen wir den Bus bis zum Argunder Waalweg, den uns die Wirtin empfohlen hat. Dieser zieht sich weiter entlang des Berghangs durch Wein- und Obstplantagen. Es ist herrliches Wetter. Das haben auch viele andere Menschen erkannt. Aber wir lassen uns von den Touris nicht die Freude an dem wunderschönen Weg nehmen. Wir haben es nicht mehr weit, aber meine Füße fangen an, unsäglich zu brennen. Ich habe das Gefühl, ich gehe auf heißen Kohlen. Eine Einkehrmöglichkeit muss her. Endlich! Es gibt Essen & Trinken bei einer sagenhaften Aussicht auf Meran. Plötzlich stürmen zwei Männer auf uns zu. Wir können es kaum fassen: es sind zwei der bekannten Gesichtern, die schon vorgestern in Meran (mit dem Bus) ankamen. Wir umarmen uns herzlich und trinken noch zusammen. Die zwei sind eine tolle Motivation für die letzte halbe Stunde Abstieg. Wir verabschieden uns und gehen los. Ich lege schon mal meine Ankunftsmusik auf: "Something just like this" von Coldplay. Ich höre es in Dauerschleife als wir immer näher kommen. Ziel ist die St. Nikolaus Kirche in Meran. Wir ziehen durch die Menschenmenge immer weiter Richtung Kirche. Dann erblicke ich sie. Mir steigen Tränen zuerst in die Nase (das kitzelt dann immer ganz komisch) und dann in die Augen. Die Stelle des Coldplay-Songs passt ideal. Als ich vor der Kirche stehe weine ich kurz bitterlich vor Erleichterung. Ich brauche das irgendwie. Als würde die letzte Last von mir fallen - da ist dann plötzlich auch der Rucksack nicht mehr so schwer. Ob und wie die Leute gucken, weiß ich nicht und ist mir eigentlich auch egal. Das ist mein Moment!
Dann drehe ich mich um zu Mama, die hat auch leichtes Pipi in den Augen. Für sie ist es die erste Ankunft dieser Art. Wir umarmen uns länger. Wir haben es geschafft! Wahnsinn! Traurig! Geil! Wehmütig! So viele Emotionen auf einmal.
Wir machen ein paar Selfies und Fotos von der Ankunft und machen uns dann auf Richtung Hotel. Das liegt nochmal ein Stückchen zu Fuß entfernt. Aber was machen 15 Minuten zu Fuß wenn wir seit acht Tagen über die Alpen gehen😂 Ein Klacks!
Das Hotel haben wir schon vorgebucht: Es ist schick, mit viel rotem Teppich, Stuck und Eleganz - einfach weil wir uns was gönnen wollten.
Nach einer kurzen Pause geht's schon wieder los zum - wer hätte es gedacht - SHOPPEN!!! Wir haben ja nix dabei außer Wanderklamotten, von denen ca. 90% stinken.
Die Endorphine kommen wieder hoch, auch wenn ich die wirklich schicke Hoteltreppe herunterhumple als wäre mir alle Gelenke versteift worden.
Wie Verrückte stürmen wir durch Meran auf der Suche nach "normalen" Klamotten. Mama kauft sich ein zauberhaftes Sommerkleid und - haltet euch fest - HOHE Schuhe 😱 zwar mit Keilabsatz, aber HOCH. Verrückte Nudel! Ich finde ein legeres Outfit bei H&M sowie unspektakuläre Sandalen, die von meinen geschundenen Füßen nicht zu viel zeigen.
Abends sind wir mit den bekannten Gesichtern in den Trautmann's Gärten zum Essen verabredet. Als wir uns alle wieder sehen, ist es anfangs etwas komisch. Kein Wunder, wir begegnen uns alle in einer neuen, alten Umgebung: keine Hütte, keine gemeinsame Wanderung heute, alle aufgehübscht. Nach ein paar Gläschen Wein ist das Eis aber gebrochen. Dass das Essen und der Service nicht die Bombe sind, fällt mir kaum auf, weil ich die Gesellschaft so toll finde. Leider windet es sehr und Mama und ich haben keine Jacken dabei. Gegen zehn möchte ich schon heim, weil es echt frisch ist. Mama (!) überredet mich noch auf einen letzten Absacker. Herrlich!
Gegen zwölf lassen wir uns ein Taxi rufen. Wir verabschieden uns herzlich von den bekannten Gesichtern, die auch dazu beigetragen haben, dass uns der E5 in langer, positiver Erinnerung bleibt. Es war uns eine Ehre!
Gegen halb eins, eins fallen wir (davon ich betrunken) ins Bett. Möge der morgige Schädel gnädig werden!

 

-> Bilanz Tag 8: Strecke 14,7km, davon 0m hoch & 1.200m runter

Letzter Tag (23.05./ Meran)
Heute wache ich mit einem fetten Schädel auf😱 Ich hätte doch zwischen den ganzen Weinen und Bieren noch Wasser trinken sollen. Naja, es hat sich wenigstens gelohnt. Wir wachen natürlich viel zu früh für das Frühstücksbuffet auf. Dann dusche ich halt noch den Kater weg. Das darauffolgende Frühstück ist mega: Es gibt alles, was man sich nur wünschen kann. Ich esse mich kugelrund.
Dann packen wir und checken aus. Das Gepäck dürfen wir im Hotel lassen. Den Tag wollen wir noch in Meran verbringen, vorab aber noch die Tickets für die Zugfahrt Meran-München kaufen. Am Schalter erfahren wir den Preis und sind erwartungsgemäß geschockt: 153€ für zwei Personen EINFACH! Naja, was haben wir denn für eine Option? Der Mann am Schalter meint, es reicht, wenn wir die Tickets auch später kaufen. Also dann lieber später so viel Kohle verlieren😅 Also tigern wir erstmal in die Stadt und bummeln entspannt. Mittags merken wir: Die Stadt ist klein und wir haben schon alles durch. Ich könnt schon wieder essen. Deswegen gibt's noch zwei Aperolis und eine Brotzeitplatte. Danach gehts zum Bahnhof. Wir kaufen die Tickets, die leider nicht günstiger geworden sind und steigen in den ersten Zug nach Bozen. Im Zug fällt Mama auf, dass die Tickets nicht auf den 23. JUNI, sondern auf den 23. JULI ausgestellt sind. "Ach, das ist denen doch egal, den Preis haben wir ja gezahlt. Ist doch nicht unsere Schuld, wenn der Schaltertyp einen Scheiß gebaut hat." Tja, war es dann aber doch😑 der italienische Schaffner knöpft uns nochmal den Betrag ab, weil es ihn nicht interessiert. Ich bin so unendlich sauer. Wie kann man so ignorant sein?
Mama beruhigt jetzt mich: "lass doch unsere tolle Zeit nicht von dem Erlebnis kaputt machen. Das Geld kriegen wir schon irgendwie wieder." Sie hat ja Recht. Während der Zugfahrt versuche ich noch mit dem Callcenter von Trenitalia zu telefonieren - vergeblich. Der Italiener am anderen Ende versteht einfach nicht das Problem - und ich kann nicht auf Englisch buchstabieren😅 R like rain, E like Edward, B like Baby, E like Edward, C Like Calzone, C Like Calzone, A like apple😂 wenigstens müssen wir alle lachen.
Am Münchner Bahnhof holt uns Papa ab.

 

GESAMTBILANZ: Strecke von 119,7km, davon 6.480m hoch und 8.710m runter - easy-peasy!

Krass! Es ist einfach vorbei. Vor über einer Woche sind wir losgefahren, noch grün hinter den Ohren - jetzt sind wir zurück und um so viele Erfahrungen und Eindrücke reicher. In den Bergen haben wir immer den Tag, den Moment gelebt. Keine Gedanken an die nächsten Tage, Wochen, Monate verschwendet. Jetzt geht's zurück in unsere Schleifen.
Wie sagte der "Nutella-Mann", den Mama und ich noch am Bozener Bahnhof getroffen haben: "Ich fühle mich groß und klein zugleich (in den Bergen)." In diesem Sinne schließe ich das große Abenteuer "E5 - Alpenüberquerung" und freue mich auf neue Herausforderungen.