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Fazit Vietnam 2018

Nun sind fast drei Wochen vergangen. Ich finde, das ist eine angemessene Zeit, um ein Fazit zu ziehen:

 

Wir haben innerhalb von drei Wochen wahnsinnig viel erlebt und konnten einen guten Einblick in die vietnamesische Kultur gewinnen. Braun geworden sind wir nicht wirklich, dafür war es aber auch kein Strandurlaub.

Insgesamt haben wir ca. 2000km zu Minivan, Zug, Roller und Flugzeug zurückgelegt, aber längst noch nicht alles gesehen. Unser Hotspot ist eindeutig Hoi An gewesen. Wir kommen wieder, um uns noch ausstehende Ziele anzusehen.

Hier ein paar beantwortete FAQ´s:

 

Was hat uns der Urlaub gekostet? 1.800€ pro Person für drei Wochen Vietnam, darin ist ALLES enthalten: Unterkunft, Verpflegung, Transportmittel, Mitbringsel, Ausflüge usw.

Wie sah unsere Reiseroute aus? Hanoi - Halong Bay - Hue - Hoi An - Quy Nhon - Nha Trang - Ho Chi Minh Stadt (Von Norden nach Süden)

Welche Reiseroute würden wir empfehlen? Hanoi - Halong Bay - Hue - Hoi An - Ho Chi Minh Stadt - Phu Quoc (Insel ganz im Süden - mussten wir aufgrund von Zeitmangel leider auslassen)
Für uns war Qui Nhon zu ruhig und touristisch unterentwickelt, Nha Trang das komplette Gegenteil und für mich persönlich zu überlaufen. Mir kann man es auch nicht Recht machen 😅

Welche Reiszeit empfehlen wir?
Empfohlen wird meist die Zeit zwischen November und April. Wir lagen also mehr oder weniger mittendrinnen. Im Norden war es uns leider zu kalt. Für Halong Bay wäre eine Tour im Herbst (also September/Oktober) optimal gewesen. Da wir generell eher vom Regen verflucht sind, kann man uns hier aber nicht unbedingt als Maßstab nehmen.

Merkt man den Sozialismus? Ja, aber weder im positiven, noch im negativen Sinne:

  • Arbeitssituation: Eine nahezu Vollbeschäftigung der Bevölkerung wird in jedem Geschäft deutlich, wenn es mehr Verkäufer als Kunden gibt. Es gibt keine offensichtlichen Obdachlosen auf der Straße.
  • Plakate: Überall sind Plakate im DDR- bzw. SU-Stil zu sehen. Das Symbol für den Sozialismus wird sehr häufig verwendet.
  • Überwachung: Alles ist kameraüberwacht. Gut, das muss nicht unbedingt auf die Politik zurückzuführen sein.
  • Infrastruktur: Teilweise sind die öffentlichen Bauten sowie Straßen heruntergekommen, da es kein Geld für eine Modernisierung gibt.

Wird man als Tourist mit der Religion konfrontiert?
In Vietnam gibt es den Buddhismus und den christlichen Glauben. Dementsprechend gibt es Tempel und Kirchen. Der Buddhismus überwiegt allerdings. In fast jedem Geschäft, Hotel etc. gibt es einen Mini-Schrein, auf dem Unterschiedliches aufgebaut ist: Essen, Trinken, Buddha-Figuren, aber vor allem Räucherstäbchen. Im Umgang mit der Religion gibt es m.E. keine besonderen Regeln, außer vielleicht die, die auch in Deutschland gelten (z.B. Kleiderordnung).

Kommt man mit Englisch durch?
Auf jeden Fall irgendwie zzgl. Händen und Füßen sowie immer einem Lächeln im Gesicht. Das schwierigste ist eher das Verstehen des vietnamesischen Akzents der englischen Wörter. Mit Google Translate ist dann doch immer alles möglich, wenn Englisch nicht mehr hilft. Die Vietnamesen freuen sich sehr darüber wenn man einige Brocken Vietnamesisch kann. Ein "Danke" oder "Hallo" reicht oft schon aus.

Wie haben wir die vietnamesische Kultur empfunden?
Freundlich - IMMER. Zumindest zu uns. Empörung oder Beschimpfung haben wir überhaupt nicht erlebt. Selbst Straßenverkäufer lassen sich mit einem "Nein, danke" leicht abwimmeln.
Viele Dinge, vor allem im geschäftlichen Austausch, werden aus Dankbarkeit und Respekt mit beiden Händen übergeben. Das hat uns vor allem bei der Übergabe der Kreditkarte bei der Bezahlung im Hotel oder bei der Übergabe von Visitenkarten betroffen. Aus Respekt sollte man das dann auch tun. Da ich die Geste sehr schön finde, habe ich es mir sehr schnell angewöhnt.
Ein wichtiger Punkt ist der kulturelle Einfluss auf die Kommunikation: In vielen asiatischen Ländern ist der Gesichtsverlust das schlimmste, was einem wiederfahren kann. Das meint vor allem die Bloßstellung in der Öffentlichkeit. Deswegen wird wahrscheinlich auch ein Vietnamese nie zugeben, wenn er den Weg zu einem von dir erfragten Ziel nicht kennt. Da wird dann als Übersprungshandlung gelächelt und in irgendeine Richtung gezeigt. Das kann anstrengend für Deutsche sein, man gewöhnt sich aber dran und hat schnell den Dreh raus.

Wie sind die Verbindungen zwischen den Städten?
Sehr gut. Zu unseren Zielen sind wir immer irgendwie gekommen. Es gibt meistens eine Zug-, Bus- oder Minivan-Verbindung zwischen den Städten. Abgelegenere Orte erreicht man mit dem Taxi.

Ist das Land günstig?
Ehrlich gesagt hatte ich es günstiger erwartet. Wir haben von mehreren Seiten gehört, dass das Essen so unfassbar günstig sein soll. Ich hatte dann illusionistische Preise im Kopf: Mittagessen für 20 Cent, Unterkünfte für 5€ und Ausflüge für um die 10€. Da hatte ich mich aber komplett verkalkuliert. Auch die Vietnamesen sind nicht auf der Brennsuppn darhergeschwommen und haben den Touri-Boom mitbekommen. Die Preise sind zwar für Deutsche immer noch günstig. allerdings weit entfernt von meinen Vorstellungen:

  • Mittagessen zu zweit inkl. Getränke für zehn bis 13€
  • Unterkünfte pro Nacht zwischen 15 und 20€ inkl. Frühstück
  • Ausflüge oder Touren: zwischen vier und 30€ pro Person

 

Wie euch vielleicht aufgefallen ist, habe ich in meinem Blog an verschiedenen Stellen * verwendet. Warum? Ich wollte auf "typisch deutsche Eigenheiten" aufmerksam machen. Lest euch die Beiträge nochmal durch und achtet bei den Stellen darauf - merkt ihr es? :-)