· 

VIETNAM REISE: TAG 15 - 22

15. Tag

Heute geht es ca. zehn km zurück nach Quy Nhon. Die Stadt hat ca. 300.000 Einwohner und einen langen Sandstrand á la Copa Cabana. Wir kommen gegen halb zwölf mittags an und beziehen unser Zimmer im WOW-Hotel. Wir wollen zwei Nächte bleiben. Relativ schnell wird uns klar, dass wir fast die einzigen Hotelgäste sind. Das Hotel gleicht auch eher einem sog. Homestay oder Guesthouse - was aber nicht weiter schlimm ist. Das Zimmer ist sauber, die Rezeptionistin freundlich und bemüht. Das Hotel ist eine Querstraße vom Strand entfernt. Kosten tut uns da Ganze 32€ für zwei Nächte. Nach unserer zweitägigen Workout-Pause ist es wieder Zeit für Sport. Wir powern uns auf dem Zimmer aus. Nach einer Dusche geht es zum verspäteten Mittagessen. Tripadvisor gibt irgendwie auch nicht wirklich was her. Wir folgen dem Tipp, der von der Distanz am nächsten liegt und watscheln los.

Die Sonne brennt uns fast die Schultern weg. Uns fällt auf, dass wir hier von allen angestarrt werden. Kein Wunder: Wir sehen nur zwei andere Touristen! Jeder, wirklich JEDER dreht sich nach uns um. Ein kleines Kind flüchtet sich sogar nach unserem Anblick in die Arme seiner Mutter. Ups! Wir sind hier Aliens. Ganz anders als in den bisherigen Städten fühlen wir uns etwas komisch. Ein größeres Problem ist eben auch die Sprache: Hier spricht fast keiner Englisch. Auch nicht im Restaurant, wo wir mittagessen. Da können wir es noch ganz gut mit Google Translater und der Hilfe von englischsprechenden anderen Gästen lösen. 

Nach dem "so lala" Mittagessen geht es endlich in einen großen vietnamesischen Supermarkt. Das ist immer so aufregend: Hier sieht an so viele vietnamesische Produkte und lernt auch mal die Preise kennen. Wir kaufen etwas Wasser, Feuchttücher (learning nach der Kotzattacke im Bus), Knabberzeug und vietnamesische Schoki. Das alles für ca. sechs Euro.

Zurück im Hotel lassen wir uns ein Spa empfehlen (wir sind überfällig!). Aber irgendwie bringt uns diese Stadt kein Glück: Für ca. 10€ pro Person zwar preislich erschwinglich, aber wir fühlen uns nach der Massage verspannter als zuvor. Wir wurden beide gleichzeitig von zwei Masseurinnen "bearbeitet", die sich ununterbrochen unterhalten haben. Ich glaube, ich entwickle gerade eine Blockade gegen diese Stadt - auch wenn ich es nicht will.

Die Stadt an sich ist etwas unheimlich: Überbreite Straßen für einige wenige Roller, riesige schöne und gepflegte Grünanlagen, tagsüber sehr wenige Menschen unterwegs. Es erinnert mich ein wenig an chinesischen Smart Cities mit ihren Bunkern. Überall sprießen neue Gebäude (wahrscheinlich Hotels) aus dem Boden. Wir haben das Gefühl, die Leute hier erwarten DEN Riesentouristenansturm in den nächsten Jahren. Dafür sollten sie aber baldmöglichst Englisch lernen 😉 *

Auf dem ins Hotel gehen wir die Strandpromenade entlang. Sie ist wirklich super schön. Wir entdecken ein paar vietnamesische Turteltäubchen - richtig süß. Körperkontakt bzw. der Austausch von Zärtlichkiten zwischen Mann und Frau ist in Vietnam in der Öffentlichkeit verpöhnt. Somit freut es uns umso mehr ein paar "Rebellen" zu sehen.*

Wir selbst vermeiden auch das Händchenhalten oder Küssen in der Öffentlichkeit aus Respekt vor der Kultur.

Morgen wollen wir unsere Tickets nach Nha Trang am Hauptbahnhof für übermorgen kaufen und danach an den Strand gehen.

Aufgrund von Zeitmangel (wir haben nur noch sechs Tage) müssen wir ein paar Ziele überspringen. Somit gehts jetzt nach Nha Trang und von dort mit dem Flieger nach Ho-Chi-Minh-Stadt.

 

16. Tag

Kurz nach dem Aufstehen geht es gleich zu Fuß zum Bahnhof, um unsere Zugtickets für morgen zu kaufen. Auf dem Weg dorthin sind wir "Anstarrobjekt" Nr. 1. Jeder, wirklich JEDER dreht sich nach uns um. Wir antworten mit einem Lächeln. Am Bahnhof, der so klein und süß ist, dass wir ihn fast verpasst hätten, kaufen wir zwei Tickets "Softseat" nach Nha Trang.

Danach geht es endlich frühstücken. Das Lokal ist sehr westlich - zu unserer Freude. Wir fühlen uns hier in Quy Nhon sehr fremd. Etwas Westliches macht es wieder wett.

Jetzt geht es in unser erstes vietnamesisches Fitnessstudio. Das haben wir gestern Abend entdeckt. Für umgerechnet 2€ für uns beide dürfen wir einen Tag trainieren. Die Geräte sind in Ordnung. Alles etwas sehr abgenutzt und alt, aber in Ordnung - vor allem für diesen Preis. Aufgrund der hohen Temperaturen schwitzen wir schon beim Anblick der Gewichte. 

Jetzt soll es endlich an den Strand gehen! Aber der ist bei genauerem Hinsehen sowas von verdreckt. Spätestens bei der toten Ratte hat es mir endgültig den Appetit verschlagen. Es gibt eine Beruhigungskokusnuss. Wir brauchen dringend noch mehr Westliches, um auf diesen Ort klar zu kommen. Also gibt es mittags eine Pizza in dem einzigen Pizzalokal der Stadt. Es ist irgendwie traurig, wie froh wir sind, wenn wir westliche Gesichter sehen. Dafür sind wir doch nicht hergekommen.*

Abends bleiben wir im Hotel und netflixen etwas. 

17. Tag

Neuer Tag - neuer Gym-Besuch. Wir powern uns nochmal im Fitnessstudio von gestern aus (soweit das eben bei diesen Temperaturen möglich ist). Nach einer letzten Dusche in Quy Nhon checken wir aus und lassen uns per Taxi zum Bahnhof chauffieren.

Vor uns steht eine fünfstündige Zugfahrt. Also brauchen wir unbedingt noch Verpflegung. Wir trauen unseren Augen nicht: In direkter Bahnhofsnähe gibt es eine SB-Bäckerei. Wir decken uns etwas ein. Die Zugfahrt dauert leider länger - der Zug ist einfach zu langsam. Auch im Zug werden wir von allen angestarrt. Richtung Nha Trang wird es dann entspannter. Ich schaffe es auch, wirklich richtig und tief zu schlafen. Die Fahrt ist auch teilweise landschaftlich sehr spannend: Wir fahren z.B. direkt entlang einer Klippe. So schön und gruselig zugleich.

In Nha Trang kommen wir gegen 19:30 Uhr an. Wir nehmen das erst beste Taxi und lassen uns mit Taxameter zum Hotel fahren. Auf dem Weg sind wir schon voll überfordert und erleiden einen kleinen Kulturschock: Alles blinkt und blitzt und die Gebäude sind riesig (eines im Bau hat sogar 40 Stockwerke). Überall Roller und Autos - und Russen! Ü-B-E-R-A-L-L!

Schon im Reiseführer haben wir gelesen, dass Nha Trang das Mallorca für Russen ist - sind wir wirklich so schlimm für Mallorca? Ich entschuldige mich offiziell!

Im Hotel angekommen checken wir gleich ein. Das Zimmer ist so schrecklich, dass wir lachen müssen: Kein Fenster! Bzw. ein Fenster mit Stiropor dahinter. Wir sind zu hungrig und kaputt, um uns aufzuregen. Schnell umgezogen gehts zum Abendessen.


18. Tag

Heute sind wir erst gegen neun Uhr aufgestanden. Endlich mal etwas ausschlafen!

Zum Frühstück geht's in den Sailing Club - klingt exklusiver als es ist. Und wieder nur Russen. Wir geben es uns so richtig beim Frühstück mit einem Pancake Turm😍 Danach legen wir uns an den Strand. Uns fällt auf, dass wir nur drei Strandtage hatten in diesem Urlaub. Ein wenig sieht man es uns auch an: Braun sieht anders aus. Aber gut: Dafür sind wir auch keine Backpacker. Wir wollen was vom Land sehen. Wir lassen das Mittagessen heute ausfallen und gehen dafür früh Abendessen. 

Mir ist Nha Trang zu touristisch, zu voll, zu laut. Was Quy Nhon zu wenig hatte, hat Nha Trang eindeutig zu viel. Mir kann man es auch nicht Recht machen🙈

Die russischen Touristen sind mir zu Dekadenz und ich fühle mich persönlich angegriffen, wenn uns Bedienungen fragen "Russian or English?", wenn sie uns die Menükarte reichen wollen.

Ebenfalls eher bäh finde ich den Wind hier: Ab Nachmittag windet es sehr am Strand. Das macht zwar den Anblick der brechenden Wellen spannend, aber mir beschert es einen Schnupfen. Toll, ich dachte, wenn ich nicht gleich am Anfang des Urlaubs krank werde, werde ich es gar nicht. Beeeep! Falsch gedacht!

Die Klimaanlage, die wir nachts laufen lassen (weil ja kein Fenster), gibt mir den Rest.

19. Tag

Wir haben uns den Wecker auf sieben Uhr gestellt, damit wir früh Sport machen können, dann frühstücken und anschließend entspannt den halben Tag am Strand verbringen können, bevor unser Flieger abends um 22 Uhr nach Ho Chi Minh City abhebt. Alles lief nicht so wie geplant*: mich hat's erkältungstechnisch total erwischt, also kein Sport. Hunger habe ich deswegen auch nicht. Und, war ja klar: keine Sonne, viele Wolken, viel Wind, sogar ein wenig Regen - aaaaargh! Meine Laune ist auf dem Tiefpunkt. Ich mache den ganzen Urlaub schlecht*. Ich fange an, Vietnam mit den Philippinen (unserem letzten Urlaub) zu vergleichen und das Land äußerst schlecht wegkommen zu lassen. 

Wir ergooglen uns eine Shopping Mall und beschließen, diese zu besuchen. Vielleicht ist es ja auch mal Zeit für Shoppen. Wir werden zwar nicht fündig, sammeln dafür aber Schritte - bewegen uns also etwas.

Wir merken, es geht's aber einfach was: na klar! Wir sind "unter-massiert". Schnell in das hotelnahe Spa. Preislich mit ca. 10€ pro Person für diese Touristenhochburg in Ordnung. 

Gegen 13:30 Uhr geht's zum Mittagessen, wo wir auch den restlichen Tag mehr oder weniger verbringen.

Um 19 Uhr werden wir vom Taxi aufgegabelt und zum Flughafen gefahren. Dort steigen wir in den verspäteten Flieger nach Ho Chi Minh City und hoffen, dass es dort nochmal einiges zu bieten hat. Wir haben uns ja hier richtig was gegönnt: drei Nächte für knapp 250€ Flocken. Also wenn das nichts ist, geb ich's auf. Der Flug wird etwas schmerzhaft, weil ich wegen meinem Schnupfen keinen Druckausgleich hinbekomme, dafür dauert er gerade mal etwas unter einer Stunde - also der Flug, nicht der Druckausgleich 😉

Auf der Taxifahrt vom Ho-Chi-Minh-Flughafen ins Zielhotel sehe ich H&M sowie Stradivarius - zwei Modeketten, die mir Hoffnung geben. Shopping!!!

An der Rezeption erklärt man uns, dass es unsere Zimmerkategorie nicht mehr gibt und wir deshalb abgegradet werden. Juhuuuuu! Noch mehr Hoffnung. Wir sind quasi in einer Suite. Alles sauber und hochwertig. Wir fühlen uns wohl. Nach einer Dusche und einem WIK Medinait Betthupferl falle ich ins Bett.

20. Tag

Erster von drei Tagen Ho Chi Minh City: Wir kommen natürlich nicht um halb acht aus den Federn. Wer hätte es gedacht? Mein Schnupfen  ist echt wiederlich und nervt.

Gegen halb neuen machen wir uns auf zum Frühstück auf die Dachterrasse. Was für eine Atmosphäre! Die Auswahl ist riesig und lecker.  Der Ausblick gibt schon mal einen ersten Eindruck der Stadt: Kontraste. Neben den modernen Wolkenkratzern stehen Baracken. Neben kargen Betonklötzen ragt ein sehr grünes Hochhaus heraus. Es ist natürlich laut, aber nicht blöd laut, sondern typisch Großstadt eben. Nachdem wir beim Frühstück Kraft getankt haben, will ich es doch mit einer Sporteinheit probieren. Es gibt sogar ein kleines Fitnessstudio. Nach drei Übungen haut es mir fast die Sicherung raus - ich bin erledigt und will nur noch ins Bett. Toll, der Urlaub ist wohl gelaufen. Nach einem Powernap schleppe ich mich an den Pool. Na dann, wenigstens Bruzzeln. Die Sonne heilt mich tatsächlich etwas - was Vitamin D alles anrichten kann (Placebo hin oder her).

Und Endorphine sollen ja auch Wunder wirken: also auf zum Shoppen!!!

In der Nähe ist wie bereits erwähnt ein H&M und ein Stradivarius. Wir schauen etwas durch die Läden. Ich resigniere, weil mir nichts passt. H&M ist uninteressant, weil es die gleiche Kollektionen gibt wie in Deutschland.

Um kurz nach drei machen wir uns auf Essenssuche: Zuerst gehen wir zu "Saigon Poke" und stellen fest: Das ist ja genau das  gleiche Konzept (und Logo) wie Aloha Poke im Werksviertel. Wir suchen weiter und landen in einem Thai-Restaurant. Wir sind die einzigen Gäste (kein Wunder um halb vier). Das Essen ist lecker, aber mega scharf - was bei meinem Schnupfen ganz gut tut. Die Nase läuft und läuft.

Uns fällt ein, dass wir noch unbedingt Mitbringsel für Deutschland brauchen. Da ich wenig von Deko-Souvenirs (Fächer, Hüte o.ä.) halte, sondern eher Konsumgüter bevorzuge, die einen erlebbaren Eindruck eines Landes vermitteln, gehen wir in einen ganz simplen Supermarkt. Mein Paradies! (Robin kotzt.)

Nach einer Stunde habe ich folgendes "geshoppt":

  • vietnamesischen Kaffee inkl. "Brühgerät"
  • vietnamesische Schokolade (die daheim sollen ruhig alle schmecken, dass die Vietnamesen das nicht können)
  • vietnamesisches Bier
  • vietnamesischen Whiskey (für umgerechnet fast 2€ hat der sicher wenigstens eine desinfizierende Wirkung)
  • getrocknetes Meeresgetier (hier: ein Snack)

Wir bringen die Errungenschaften ins Hotel und tigern wieder los - und zwar zum "Bitexco Tower". Vom 52. Stockwerk aus hat man einen tollen Ausblick über die Stadt. Außerdem trinke ich hier den bisher besten Kaffee unserer Reise. Während wir der Sonne beim Untergehen zusehen, schreibe ich Postkarten. Da ich diesmal die ganzen Adressen vergessen habe, werden es nur 13 Karten. Man möge mir verzeihen.

Zurück geht es über einen langgezogene Platz, auf dem sich ungefähr halb Ho-Chi-Minh City tummelt. Die Atmosphäre ist sehr schön, die Stadt ist so lebendig und voller Lebensfreude. In Deutschland sind um diese Uhrzeit die Bürgersteige ja leider schon längst hochgeklappt. Das werde ich sicher etwas vermissen.

Nach einem Stamperl WIK Medinait geht's ins Bettchen.

21. Tag

Guten Morgen, Kinder der Sonne. Ich glaube, es geht aufwärts. Mein Schnupfen wird schon besser. Nach dem wieder vorzüglichen Frühstück auf der Dachterrasse geht's zu Fuß ins Kriegsmuseum. Laut Empfehlungen von Bekannten sowie dem Reiseführer ein Muss wenn man in dieser Stadt ist. Es soll aber auch hart sein. Ehrlich gesagt habe ich mich bis dato noch nie mit dem Vietnamkrieg auseinandergesetzt geschweige denn befasst. Ich weiß nur, dass er noch nicht so lange her ist.

Das Museum erinnert von Aufbau an einen Schulkomplex. Die Themen sind in 11 Bereiche aufgeteilt. Ganz oben im dritten Stock fängt es an. Die Ausstellung ist sehr textlastig - alles lesen wir nicht. Wir lassen uns mehr von der Ausdrucksstärke der Bilder leiten. Hier eine kurze Zusammenfassung:

Der Vietnamkrieg dauerte von 1955 bis 1975 und ist somit der längste von den Amerikanern unterstützte Krieg. Der Krieg war eigentlich ein Bürgerkrieg: Nordvietnam gegen Südvietnam. Kommunismus gegen Anti-Kommunismus. Der kommunistische Norden wurde u.a. von der Sowjetunion und China, der antikommunistische Süden von den USA unterstützt. Nach 20 Jahren wurde Südvietnam dann nach Abzug der amerikanischen Soldaten von Nordvietnam eingenommen. Somit hat der Kommunismus in ganz Vietnam Einzug genommen. Bis heute hat sich Vietnam nach eigenen Aussagen zu einer liberalen sozialistischen Republik gewandelt. Der sozialistische Einfluss ist weniger geworden. Seit einigen Jahrzehnten ist das Land auch für Touristen geöffnet und attraktiv. Davor waren Restaurants und Hotels offiziell verboten, da sie als "dekadent" und somit als Merkmal des  Kapitalismus galten.

 

In der Ausstellung gibt so viele Bilder von diesem Krieg. Diese machen ihn für mich noch näher und realer als z.B. den zweiten Weltkrieg.

Der Krieg hat auf allen Seiten sehr viele Opfer gefordert. Insbesondere der Einsatz von "Agent Orange" hat bis heute Auswirkungen auf die vietnamesische Bevölkerung. Laut amerikanischen Aussagen wurde dieses Entlaubungsmittel nur dazu eingesetzt, um die Bäume des Dschungels, in dem sich nordvietnamesische Kämpfer versteckten, zu entlauben und ihnen somit das Versteck zu entziehen. Tatsächlich hatte dieses Gift weitreichende Folgen für die Bevölkerung: Es kann nämlich zu Missbildungen, Hautausschlägen und Krebserkrankungen bis zwei, drei Generation danach führen. Fatal! 

In dem Museum werden auch Bilder von Kindern mit diesen Missbildungen gezeigt. Das zerreißt mir das Herz. Diese Kinder hatten mit dem Krieg nichts zu tun und müssen nun die Folgen dieses Angriffs erleiden. Mir kommen die Tränen, ich gehe kurz aus der Ausstellung, um mich wieder zu fangen. Wir können es leider nicht mehr rückgängig machen. Aber daraus lernen können wir. Wir haben so unfassbar großes Glück, in Deutschland in einer Zeit ohne Krieg zu leben. Wir sollten das schätzen. Krieg ist nicht etwas von früher oder damals - viele Länder leben noch im Kriegszustand. Ein Syrien ist nicht ein Damals oder Früher - es ist ein Jetzt. 

Natürlich sollen wir nicht in Mitleid versinken oder resignieren. Wir sollten in unserem Ermessen helfen. Wir können nicht das Vergangene ändern, aber das Jetzt und die Zukunft positiv und gut gestalten - mit unseren Mitteln.

 

Vor dem Museum gibt es ein buntes Bild, vor dem ich mich fotografieren lasse. Ich möchte hier nicht mit einem schlechten, sondern einem hoffnungsvollen Gefühl weggehen. Es klappt - zumindest ein wenig.

 

Zurück im Hotel gehen wir zu unserer allerletzten Massage dieses Urlaubs. Wir sind bei Nr. 7 angelangt. Was für ein Zufall: sieben Reise-Stopps, sieben Massagen. Und sieben ist auch noch meine Lieblingszahl.

 

Abends geht's dann noch zum Italiener. Wir müssen uns ja wieder auf das europäische Essen vorbereiten 😉

22. Tag

Letzter Tag Vietnam! Meine Erkältung ist pünktlich zum Urlaubsende fast besiegt. Unser Flug geht erst gegen 19 Uhr Ortszeit, sodass wir bis 16 Uhr noch genug Zeit zum Bummeln haben. Wir checken um 12 Uhr aus. Das Gepäck dürfen wir im Hotel lassen. Jetzt geht's erst in ein Shopping Center und dann auf den Markt. Die Preise in den Läden sind wie in Deutschland - also null Ersparnis wenn wir hier etwas kaufen. Deswegen lassen wir es auch. Den Markt finde ich hingegen super. Es gibt einfach ALLES: Kleidung, Obst, Gemüse, Stoffe, Essensstände usw. Leider ist es in der Markthalle so schwül, dass wir es nicht lange aushalten. Wenn ich hier wohnen würde, würde ich jeden Tag herkommen und frische Früchte kaufen. Alles ist bunt und laut - ein typischer Markt eben.

 

Nach dem Mittagessen machen wir uns auf zurück ins Hotel, wo wir warten bis wir vom Taxi abgeholt werden. Jetzt geht es zurück nach Deutschland.

 

Ein Fazit & ein FAQ gibt´s im nächsten Beitrag,